Erbengemeinschaften in München – ein Praxistipp!

Wie werden Erbengemeinschaften in der Praxis aueinandergesetzt?

Im deutschen Recht gilt das Prinzip der Gesamtrechtsnachfolge. Der Erbe tritt im Moment des Erbfalls, d.h. Todes des Erblassers automatisch in alle Rechte und Pflichten des Erblasers ein. Er wird automatisch Eigentümer aller Gegenstände, die dem Erblasser im Moment des Todes gehören, z.B. Immobilien in München, bewegliche Gegenstände, Bankkonten etc. Gleichzeitig übernimmt der Erbe aber auch die Schulden des Erblassers (Nachlassverbindlichkeiten).

Aufgrund Testamentes oder gesetzlicher Erbfolge, kann eine Erbengemeinschaft entstehen.

Beispiel: Der Erblasser bestimmt testamentarisch, dass seine drei Kinder ihn beerben sollen. Oder er stirbt ohne Hinterlassung eines Testamentes, dann werden Ehegatten und nahe Angehörige gesetzliche Erben und bilden eine Erbengemeinschaft.

Was ist eine Erbengemeinschaft

Die Erbengemeinschaft besteht fort, bis sie endgültig auseinandergesetzt ist. Die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft ist abgeschlossen, wenn alle Nachlassschulden bezahlt sind und alle Nachlassgegenstände gem. den Erbquoten der beteiligten Miterben verteilt sind. Da den Erben das ganze Nachlassvermögen gemeinsam gehört, können sie über Nachlassgegenstände nur gemeinschaftlich verfügen. Für Nachlassverbindlichkeiten in München haften sie gesamtschuldnerisch. Auch insofern lohnt es sich eine gute Anordnung schon im Testament zu treffen und nicht allzu lange zu warten.

Streit und juristische Auseinandersetzungen vermeiden

Wegen des Zwangs zur Kooperation bei gemeinschaftlichen Verfügungen und wegen der komplizierten Verwaltungsvorschriften bei der Erbengemeinschaft, gibt es oftmals Streit und juristische Auseinandersetzungen unter Miterben. Der Erblasser in München kann dies vermeiden, indem er in einem Testament entweder Testamentsvollstreckung anordnet oder nur eine Person als Alleinerben einsetzt und die übrigen Angehörigen mit Vermächtnissen bedenkt.

Beispiel 1:
Der verwitwete Erblasser hinterlässt drei minderjährige Kinder. Da diese den Nachlass nicht alleine verwalten können, bestimmt er, dass bis zum 25. Geburtstag des jüngsten Kindes ein Testamentsvollstrecker den Nachlass verwaltet.

Beispiel 2:
Unternehmer U hat drei Kinder, von denen nur der älteste Sohn Unternehmensnachfolger werden soll. Diesen setzt er als Alleinerben ein, die anderen Kinder bedenkt er mit Vermächtnissen (Geld, Privatgrundstücke), die der Alleinerbe dann erfüllen muss.

Praxistipp: Bei der Testamentserrichtung sollte darauf geachtet werden, dass Probleme der Verwaltung und der Auseinandersetzung einer Erbengemeinschaft möglichst nicht entstehen!
Eine Testamentsvollstreckung kann niemals durch Gesetz, sondern immer nur durch Anordnung des Erblassers entstehen. Als Motive für die Anordnung eines Testamentsvollstreckung kommen nach http://www.vonbraunbehrens.de in Betracht:

  • Die Erben sind noch minderjährig, deshalb ordnet der Erblasser bis zu deren Volljährigkeit oder zu einem späteren Zeitpunkt Testamentsvollstreckung an. Der Testamentsvollstrecker verwaltet dann den Nachlass, bis die Minderjährigen selbst dazu in der Lage sind.
  • Der Erblasser möchte sichergehen, dass bestimmt Anordnungen und Auflagen, z.B. Teilungsanordnungen oder Auflagen auch erfüllt werden. Da der den Erben insoweit nicht traut, ordnet er Testamentsvollstreckung an.
  • Der Erblasser ordnet Testamentsvollstreckung an, damit der Testamentsvollstrecker die Auseinandersetzung vornimmt und kein Erbenstreit entsteht.

Fazit zum Testament

Der Testamentsvollstrecker hat eine erhebliche Machtposition. Er ist kein Vertreter der Erben und auch deren Weisungen nicht unterworfen. Er unterliegt auch keiner laufenden Kontrolle des Nachlassgerichtes in München. Allerdings können die Erben bei groben Pflichtverstößen die Absetzung des Testamentsvollstreckers durch das Nachlassgericht erzwingen.

Der Testamentsvollstrecker hat ausschließlich die Aufgabe, den Erblasserwillen umzusetzen. Als sog. „Partei kraft Amtes“ kann er den Nachlass betreffende Rechtshandlungen im eigenen Namen vornehmen und den Nachlass betreffende Prozesse in eigenem Namen führen. Nur er ist über Nachlassgegenstände verfügungsberechtigt, nicht die Erben. Er kann den Nachlass verwalten und ihn zwischen den Erben auseinandersetzen.


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